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 Wehklagen einer Hochgeborenen

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Shyntlara
Fürstin
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Charakter der Figur
Name: Shyntlara Abaeir
Titel: Fürstin
Alter: 90

BeitragThema: Wehklagen einer Hochgeborenen   Mi Jan 19, 2011 7:19 am

Schmerz …
„Das Licht hat dich verlassen, Valeria.“
Schmerz, die Hochelfe krümmte sich zusammen, als jeder Muskel in ihrem Körper sich zusammenzog und Wellen unerträglichen Schmerzes durch ihren Körper wälzten. Sie öffnete den Mund und wollte ihr Leid hinausschreien, doch ihre Stimme schien ihr nicht mehr zu gehorchen und so kam nur ein schwaches Krächzen über ihre Lippen.
„Wirst du kooperieren?“ Die dunkelhaarige Sin'dorei sah so jung aus. Was hatte sie nur so grausam werden lassen? Was hatte ihren Hass so sehr geprägt? Beim Licht … Schmerz … Valeria verlor die Kontrolle über ihren Körper … zittern ... schreien. Dann wurde ihre Welt schwarz …

Dunkelheit …
Valeria öffnete die Augen. Dunkelheit, sie war alleine. Ihre Peinigerin war fort. Die Hochelfe lag zusammengekrümmt am Boden. Schmerz durchfuhr ihre Glieder, als sie sich aufzurichten versuchte. Ihren Lippen entglitt ein leidvolles Stöhnen. Ihre verbundene rechte Hand pulsierte. Der Ringfinger schmerzte, obgleich an seiner Stelle nichts weiter als ein nutzloser Stummel geblieben war. Die Quel'dorei gab ihre Bemühungen sich aufzusetzen auf, sackte kraftlos zusammen, zog die Beine an und kauerte sich an die Kellerwand.
Das Licht hatte sie nicht verlassen. Ängstlich summte sie leise eine vertraute Melodie. Das Licht würde sie nicht verlassen. Wieder begann sie zu zittern. Die Naht an ihrem Bauch brannte. Das Licht würde ihr beistehen. Ihre linke Hand hielt einen halbleeren Wasserschlauch umklammert. Der Zeigefinger dieser Hand stand in unnatürlichem Winkel ab, doch sie spürte ihn nicht mehr. Aus der Dunkelheit starrten sie weiße Schädel an. Sie wollte sich abwenden, doch ihr Körper versagte ihr den Dienst. „Das Licht hat dich verlassen, Quel'dorei“, immer wieder hallte Shyntlaras Stimme in ihrem Kopf wider, als sie in einen unruhigen Dämmerschlaf entglitt.

------

Geisterlande:

Stimmen …
„Sie fallen ein.“
Rufe im Dämmerlicht. „Beim Licht, beim Licht der Sonne.“ Geflüsterte Verzweiflung. „Erlösung!“ Ein kalter Windhauch streifte über Valerias Körper. „Rache!“ Drohend näherten sich die Stimmen. „Rache!“ Sie klangen fordernder. „Blut für die unseren!“ Die Quel'dorei erschauderte und zerrte kraftlos an ihren Fesseln. Die Kälte wurde intensiver. Sie spürte eine eisige Hand ihren Körper entlang streichen. Dann übertönte ein schrilles Krächzen das Stimmengewirr. Panisch versuchte Valeria ihre Arme über ihre Ohren zu pressen. Dann hörte sie ein Knistern, dem ein schmerzerfülltes Stöhnen folgte, als der gequälte Geist, der sich über sie gebeugt hatte, zerfiel. Der kleine Phönix umkreiste wachend die Gefesselte und die ruhelosen Seelen zogen sich wieder zurück, lauernd, wartend, unablässig ihr Leid klagend.

Verzweiflung …

Valeria wand sich vor Schmerzen. Krämpfe schüttelten ihren Körper, während eine gewaltige innere Leere sie erfüllte. Die Sonne hatte ihr nur Leid gebracht, würde die Dunkelheit ihre Schmerzen lindern? Sie presste die Augen zusammen und drückte immer noch ihre Arme auf die Ohren, doch es gelang ihr nicht, die klagenden Stimmen auszusperren. Genauso wenig wie das regelmässige Flattern des kleinen Vogels, der nicht nur die Geister von ihr fern hielt, sondern auch verhinderte, dass sie sich ihnen anschloss. Sie zitterte, ihr Hals war ausgetrocknet. Hitze verbrannte ihr Bein, als der Phönix zu nah daran vorbeiflog. Sie stöhnte auf und krümmte sich verzweifelt wimmernd zusammen. „Das Licht hat dich verlassen, Valeria.“

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Morgenluft:

Shyntlara schloss die Kellertüre hinter sich, ein langes Seufzen entfuhr der Sin'dorei. Nachdenklich ging sie wieder in den oberen Bereich des Anwesens und ließ sich von einer Bediensteten ein Glas Rotwein eingießen.
Von ihrem Balkon heraus, sah sie in den Immersangwald hinaus.
Belore... was tue ich nur...
Die Finger der rechten Hand verkrampften sich und sie schloss ihre Augen.
Es muss getan werden. Für Quel'Thalas... Feuer lässt sich nur mit Feuer bekämpfen
Dann trank sie noch einen kleinen Schluck Rotwein, ehe sie das halbvolle Glas ihrer Zofe zurück gab und sich in ihre Gemächer zurück. Wie immer liess sie sich von ihren Bediensteten aus der Kleidung helfen und in ihr Nachtgewand schlüpfen, ehe sie sich auf dem weichen Polster ihres Bettes niederließ.
Shyntlara massierte sich kurz mit den Fingern ihre Schläfe, bis sie nach einer Weile in einen unruhigen Schlaf fiel.

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Morgenluft:

Veränderung …
Mühsam schälte Valeria sich aus der wertvollen Robe. Das Korsett drückte auf die empfindliche Naht an ihrem Bauch. Die Schmerzen hatten nachgelassen, doch schüttelten immer wieder Krämpfe ihren Körper und der Fingerstummel pulsierte unablässig. Die Quel'dorei warf das unbequeme Kleidungsstück achtlos auf den Boden und setzt sich, nur mit dem Unterkleid bekleidet, auf ihr neues Bett. Mit der Handfläche strich sie über das feine Lacken und lächelte wehmütig. „Der Keller war ehrlicher.“ Sie ließ sich nach hinten fallen und zog die Decke über den Kopf. Weiche Seide und feine Daunen vermochten die Gitterstäbe nicht zu verbergen, die Fesseln kratzen vielleicht weniger, aber bewegen konnte sie sich dennoch nicht. „Du hasst mich!“ Valeria zog die Decke eng um ihren Körper. „Hass ist dein Gefühl, Sin'dorei. Nur weil du mich zwingst, dir zu folgen, muss ich nicht in deinen Spuren wandeln.“

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Die Ellebogen auf den obersten Balken gelehnt stand Valeria am Zaun und starrte auf die vertrocknete Ebene. Selbst nachts war es in dieser Ödnis erdrückend heiß und der Sand kratzte auf ihrer Haut beinahe so schlimm wie Shyntlaras unbequeme Roben. Ihr Blick wanderte nach Westen. Sie hatte die Druiden gesehen, sie würden ihr helfen, ein paar Worte, ein Flehen nach Schutz. Valeria schloss die Augen, Trauer erfüllte ihr Herz, als sie an das kümmerliche Fleckchen Erde im Hinterland dachte, das sie seit Jahren ihre Heimat nannte. Nein, Flucht war keine Option, noch nicht. Valeria öffnete die Augen wieder und blickte in den düsteren Himmel. Solange eine andere ihren Platz einnehmen könnte, würde auch der Tod keine Erlösung bringen … zumindest nicht der ihre.

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Am Abgrund …
„Welches Verbrechen?“ Die Felmagie erfüllte Valerias geschwächten Körper. „Warum?“ Hilflos versuchte sie mit den Händen wegzuschieben, was sie innerlich zu verbrennen schien. Sie schnappte nach Luft, keuchte und warf sich hin und her. „Es soll aufhören!“ Ihre Gedanken rasten. Die Felmagie zehrte an ihrem Kraftreserven. Während ihr Geist weiterhin versuchte, sie auszusperren, nahm ihr Körper die Magie gierig auf. Den Krämpfen folgte eine trügerische Wärme, den Schmerzen eine verführerische Euphorie. Die Quel'dorei stöhnte auf und öffnete den Mund, um ihr Leid hinauszuschreien, doch kein Laut drang über ihre Lippen. Das Licht hatte sie nicht verlassen, es war heute bei ihr gewesen! Ein Lachen … hysterisch … fremd …erklang in ihrem Kopf . Sie versuchte sich aufzurichten, doch ihre Beine versagten ihr den Dienst, sie knickte ein und fiel auf den Zeltboden. Regungslos blieb sie liegen und starrte in die Leere. Lichter tanzten vor ihren Augen, weiße Trollschädel, die sie aus der Dunkelheit lockend angrinsten. Wieder ein Lachen … Shyntlaras Stimme hallte in ihrem Geist wider. Valeria presste die Hände auf die Ohren, doch nichts konnte die Worte und das Lachen aussperren. „Du bist nun eine von uns.“ Lachen … wieder ein stummer Schrei … Shyntlara … die Lösung war so einfach … Gesichter mischten sich zu den grinsenden Schädeln. Das makellose Gesicht eines Sin'Dorei lächelte sie freundlich an, sie streckte ihm hilfesuchend die Hand entgegen, doch dann verwandelte es sich in eine verzehrte Fratze grausamer Erregung. Lachen … war das ihre eigene Stimme in ihrem Kopf? Valeria kauerte sich zusammen und drückte die Arme über den Kopf. Ihr Herz raste. „Du bist alleine. Das Licht hat dich verlassen, Larynda.“

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Verlangen ...
Ruhelos wanderte die Elfe durchs Anwesen, an der Meditation war sie gescheitert und der Besuch in der Stadt brachte nur kurzzeitige Linderung des stetig wachsenden Verlangens, das sich abermals ihrem Körper zu bemächtigen drohte. Das von Atoc geschaffene Gefühl des Friedens klang langsam ab und die Leere breitete sich aus, wortlos nach der zerstörenden Energie schreiend.
Larynda ließ sich am Balkon nieder, ihren Gehstock mit zittriger Hand umklammernd. Sie würde stark bleiben ... rein und ohne die Besudelung der Sucht. Die Glut stark genug, um nicht von der Asche des Alltages ausgelöscht zu werden.

Kurz wanderte ihr Blick prüfend über die Schulter, ehe sie es wagte, die tief ins Gesicht gezogene Kapuze abzustreifen, sie fuhr sich durchs Haar und atmete die kühle Nachtluft tief ein. Omduil hatte es schon erkannt und es war nur eine Frage der Zeit, bis Shyntlara es ebenfalls wahrnehmen würde. Larynda zog das gesunde Bein an und schlang die Arme darum. Sie würde die verräterischen Augen nicht ewig verbergen können. Ein schwaches Lächeln zeichnete sich auf den Lippen der Priesterin ab. Vielleicht war Azshara doch kein so schlechtes Reiseziel ...

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Eine Marionette ...
Sie spürte die Fäden reißen. Langsam und bedächtig sank sie zu Boden, sie reckte die Arme und spannte den Rücken an. Nur ein dünner Faden schien noch da zu sein und die Marionette zu halten. Tastend bewegte sie sich nach vorne. Ein helles Licht lag vor ihr, sie konnte die Wärme spüren, das Licht blendete sie nicht, im Gegenteil, es schien sie zu locken.

Schritt für Schritt ...
Sie bewegte sich weiter, je näher sie dem Licht kam umso stärker begann dessen goldener Schimmer sie einzuhüllen und das grässliche Grün zu verdrängten, das die zerrissenen Fäden an ihrem Körper hinterlassen hatten.
Sie streckte die Hand aus und wollte nach dem Licht greifen, doch etwas hielt sie zurück. Der letzte Faden straffte sich und hinderte sie an den letzten Schritten. Sie sank zu Boden, kurz vorm Ziel erschien es ihr wieder unerreichbar, doch nahe genug, die sanfte Berührung aus der Entfernung zu genießen.

Die Puppenspielerin ...
Ein Zerren. Irritiert schaute sie sich um. Der letzte Faden spannte sich und begann sie zurück zu ziehen. Sie warf den Kopf hin und her, wollte nicht mehr zurück, doch der Faden zog unablässig und das helle Licht entfernte sich immer weiter. Waren das ihre eigenen Füße, die sie zurücktrugen?
Ein Schmerz in der linken Hand. Ein neuer Faden schloss sich grob und fest ums Handgelenk, auch die Rechte wurde schnell wieder fixiert. Die Marionette ließ sich schwer in die Fäden fallen. Sie hielten, besser als zuvor, stärker, fester. Das grüne Leuchten hüllte ihren Körper ein und ließ nichts als die Erinnerung an das Gold zurück.
Wieder übernahm die Puppenspielerin die Kontrolle.

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