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 Trauerspiel

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Senalia
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Anzahl der Beiträge : 6
Anmeldedatum : 15.01.11
Alter : 25

BeitragThema: Trauerspiel   Mo Feb 28, 2011 2:53 am

Senalia hatte es geschafft, geschafft sich eine neue eigene Welt aufzubauen. Für das Recht der Sin'dorei und aller Verbündeten zu stehen.
Sie hat ihr Versprechen nicht gebrochen, all die Jahre hat sie alles daran gelegt der Welt etwas Gutes zu tun.
Ihre verbrannten Finger umspielten den silbernen Anhänger, der ihren zarten Hals zierte.
Einige Tränen perlten über ihre verrusten Wangen, doch kein Schluchzen, kein Wimmern, kein Flehen drang aus ihrer Kehle.

So weit, so lang.. so schön.. so kurz.., schoss es durch ihren Kopf.

Fassungslos betrachtete sie das Schlachtfeld vor sich.
Wohin jetzt?.. Alles vorbei.. Gewonnen oder verloren? Zu viele Opfer, die dieser Schlacht unterlegen waren. Zu wenig Zeit, um mehr zu verhindern..

-Schuld-

Sie schloss ihre Augen und verlor sich ein Stück in den Erinnerungen. Zarte Berührung, liebliche Verführung, ehrliche Freundschaft.
Bilder der Erinnerung, noch schmerzvoller als die Realität selbst. Senalia fiel auf ihre Knie.
Das Kleid, was einst weiß, war nun von Grautönen mit roten Flecken und verbrannten Stellen geprägt.
In ihrem Gesicht nicht mehr als endloser Schmerz, ein stummer Schrei ihres Herzens.

Er war mein Lichtstrahl im Dunkeln, mein Hoffnungsschimmer am Horizont.
Vorbei, zu spät, verloren. Er hatte mir versprochen mich mitzunehmen, falls er gehen müsse. Warum, warum nur hat er dieses eine Mal das Versprechen gebrochen?
War das Schicksal, war es gewollt? Der Krieg hat so viele Wesen geprägt, ich hatte ihn gewarnt, gewarnt vor der Gefahr, gewarnt vor dem Augenblick an dem er nicht zurückkehrt.
Ich hatte gefleht und geweint, beinahe jede Nacht, in der er mich in Unwissenheit stehen ließ.


Ihre spröden Lippen formten Worte, doch kein Laut drang aus ihrer Kehle, wie zugeschnürt hielt sie sich mit ihren Fingern den Hals.
Doch schon nach einigen Minuten schien es, als hätte sich jedweder Lebenswille aus ihrer Seele geschlichen, keine Hoffnung, kein Zurück.

- Tränen des Verlustes -

Sie hatte keine Kraft mehr, um aufrecht zu stehen, keine Kraft, sich auf den Beinen zu halten.
Sie kroch durch die Schlammpfütze hindurch zu einer Eisscholle, auf der sie sich zusammenkauerte und sachte zu zittern begann.

Es ist meine Schuld, meine Schuld, dass er gegangen ist.
Ich hatte zu wenig Zeit, zu wenig Zeit, um ihm - meinem Engel - tatsächlich gerecht werden zu können.
Warum nur trieb mich die Neugier so fern von ihm, wo er doch derjenige war, der die Farben meiner Welt zum leuchten brachte?
Warum nur war ich so egoistisch und habe die Augen davor verschlossen, warum habe ich nichts getan?


Sanfter Regen brach ein, die Eisscholle begann leise zu knistern, zu schmelzen.
Der Regen durchnässte sie schließlich vollständig, sodass ihr einige Haarsträhnen quer über das Gesicht verliefen.
Der Schmutz wurde mit dem Regen weggespült und ihre Lippen schienen für einen Moment zu heilen.
Selbst ihre blutverschmierten und verbrannten Finger schienen weniger schmutzig, eher gesäubert, gereinigt von der Unschuld selbst.
Nur die Wunden blieben, tiefgehende Wunden, die bleibende Narben hinterließen.

Ich werde, so schwöre ich bei dem Licht, ewig dein Herz bewahren. Ganz gleich, ob du jetzt weit weg bist, fort von mir, fort von deiner Familie, fort von dieser Welt.
Auf Ewig wirst du in unseren Erinnerungen verschlossen sein.
Ich werde all das Wissen, welches du mit mir geteilt hast, in der Welt verbreiten.
In der Hoffnung, dass die Welt dir dankbar sein wird für dein Tun, deine Liebe, deine Bereitschaft.


Sie streichte die Haarsträhnen aus ihrem Gesicht.


Und ich werde weiter machen, Thirvan.
Für dich und für Lyrana, nur für euch, da euch der Tod zu früh ereilte und ihr zu wenig Zeit hattet diese Welt gemeinsam mit mir zudurchleben.


- Hoffnungsschimmer -
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